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Unsere News vom 24.04.2018

Bordeaux Subskription 2017






Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Weinfreunde,
liebe Kunden,

in Kürze beginnt die 2017er Bordeaux Subskription und wir möchten Sie gerne über den Jahrgang im Allgemeinen informieren. DAS große, beherrschende Thema des 2017er Bordeauxjahrgangs sind die späten Fröste im April, die auch den Winzern hierzulande zu schaffen machten.

Nach einem frühen Austrieb der Blüten im März und einer ungewöhnlich warmen, zweiten Aprilwoche, waren die Austriebe schon beträchtlich weit und die Winzer links und rechts der Gironde wurden langsam nervös bei dem Blick auf die potentiellen Nachtfröste, welche den jungen Trieben nachhaltig Schaden zufügen könnten. Die Trockenheit des Winters 2016/2017 rächte sich jetzt zusätzlich, denn trockene Böden reagieren auf große Wetterschwankungen in beide Richtungen wesentlich schneller als feuchte Böden.

Leider bewahrheiteten sich die schlimmsten Befürchtungen und in der Nacht vom 20. auf den 21. April 2017 fiel das Thermometer im Großraum Bordeaux erstmals auf -5° Celsius. Diese eine Nacht fügte den Winzern schon große Schäden zu, aber das war noch nicht das Ende der Fahnenstange und in den Nächten vom 27. bis 29. April fiel das Thermometer erneut unter den Gefrierpunkt. Es waren kühle, aber auch sonnige Tage und in manchen Gegenden führten die Sonneneinstrahlungen auf den Eiskristallen der Triebe zu weiteren Schäden.

Anfang Mai war die Stimmung bei den Winzern sehr gedrückt. Die Bilanz der Verluste lag im Entre deux Mers bei -50 bis 100%, Lalande de Pomerol -50 bis 80%, St. Emilion -50%. Verschont von Frostschäden blieben lediglich die „Küsten“-Appellationen der Gironde St. Julien, Pauillac und St. Estephe sowie die Weine auf dem legendären Plateau von St. Emilion.

In einer ersten Analyse ging man von einem gesamten Verlust von 40% in ganz Bordeaux aus. Nach der Frostperiode setzte sofort eine Gutwetterperiode ein und die betroffenen Rebstöcke begannen zweite Triebe auszubringen. Mutter Natur versuchte so den Frostverlust auszugleichen. Für die Winzer bedeutete dies erneut ein sehr aufwendiges Weinberg-Management. Zunächst galt es die beschädigten Triebe abzuschneiden und im Weinberg die Mischung der alten und neuen Triebe genau im Blick zu haben und separat / zeitversetzt über den weiteren Vegetationszyklus zu pflegen.

Mai und Juni waren außergewöhnlich warm und trocken und Ende Juni kam der dringend benötigte Niederschlag zur gesunden Wasserversorgung der Rebstöcke. Der Juli war ein sehr wechselhafter Monat mit sehr hohen Spitzentemperaturen, bis knapp 40°C, wobei im gesamten Monatsdurchschnitt der Juli eher kühler und trockener als der Durchschnitt ausfiel.

Gemäß einem alten Winzersprichwort macht der August den Most… und genau so war es zum Glück auch, denn im letzten Drittel des Monats setzte nochmals eine große Hitzeperiode ein und die Trauben konnten je nach Appellation doch noch eine sehr gute Reife erreichen.

Während der Lese der Rotweine wurden zu allererst die früh reifenden Merlot Rebstöcke gelesen, welche nicht vom Frost betroffen waren, während die Partien der zweiten Blüte leider nicht so lange hängen konnten, um eine optimale Reife zu erreichen. Zum Ende der Reifeperiode der Cabernet-Rebstöcke musste jetzt alles sehr schnell gehen. Die Reife war Ende September gegeben, aber die Meteorologen sagten für Ende September / Anfang Oktober eine Schlechtwetterperiode mit viel Niederschlag voraus und ein Großteil der Winzer wagte nach so einem nervenaufreibenden Jahr keine Experimente mehr und holte jetzt alles rein. Wäre diese letzte Phase der Vegetation anders verlaufen, hätten die Cabernet dominierten Weine zu einer perfekten Reife kommen können und die Weine aus St. Julien, Pauillac und St. Estephe hätten den 2009/2010/2015/2016er Jahrgängen fast ebenbürtig sein können.

In der Summe lässt sich sagen, dass die Weine des 2017er Jahrgangs noch zu einem guten Ende gefunden haben und je nach Weingut auf jeden Fall lohnen werden, in Subskription zu kaufen. Diejenigen Weingüter, die nicht oder nur in sehr geringem Umfang vom Frost betroffen waren, konnten sehr gute Weine ernten und die Schwankungen von Château zu Château sind deswegen teilweise sehr groß.

Ob sich die Subskription auch lohnt, steht und fällt natürlich mit dem Preis und hier wird sich in den nächsten Wochen zeigen, wo die Reise hingeht. Die ersten Anzeichen zeigen fallende Preise, aber ob das so bleibt, ist unklar.

Eins scheint aber schon jetzt klar zu sein: es gibt wenig Wein und die Weine werden schnell ausverkauft sein.

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