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Madiran

Wer nicht achtgibt, fährt durch das Gebiet des Madiran und sieht nicht einen einzigen Weinberg. Denn die sanft geschwungene Bauernlandschaft bietet ein Mosaik von Maisfeldern, Wiesen, Getreideäckern und kleinen Wäldchen. Nur hier und da, wo sich ein Hang günstig der Sonne zukehrt, stehen Reben. Dabei hatten auch hier schon die Römer den Weinbau initiiert. Ab dem 12. Jahrhundert, als Aquitanien zur englischen Krone zählte, erfuhr er einen Aufschwung und die hiesigen Weine wurden über Adour und Bayonne nach Nordeuropa verschifft. Im 19. Jahrhundert erreichten die Rebflächen in dem kleinen Gebiet nördlich von Pau und Tarbes eine Ausdehnung von 1.400 Hektar, und seine Gewächse genossen großes Ansehen. Bei einem Gala-Diner in Versailles am 23. Dezember 1891 wurden zum Beispiel Château Montus 1865 und 1870 neben einem Corton 1874 und Champagner von Roederer kredenzt. 1950 aber war der Rebbestand auf 50 Hektar minimiert, obwohl Madiran 1948 die AOC erhalten hatte. Damals setzte eine Rückbesinnung ein und Mais- und Getreidebauern, die über aussichtsreiche Lagen verfügten, entschlossen sich, wieder Wein zu pflanzen. Neue Domänen wuchsen heran, deren Weine überzeugten. Pioniere wagten in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, sie in Flaschen zu füllen, so dass sich die Kundschaft in den Restaurants überzeugen konnte, wie gut diese Weine mit den regionalen Enten- und Gänsegerichten harmonieren. Eine Handvoll Weingüter und die Cave de Crouseilles bauten einen soliden Ruf auf. Als jedoch die staatlichen Experten den Anteil des robusten, einheimischen und lange Alterung verlangenden Rotweinsorte Tannat auf 40-60 Prozent begrenzten und statt dessen Cabernets und den fruchtigen Fer Servadou empfahlen, schien die Individualität des Madiran ernsthaft gefährdet. Doch Winzer setzten sich zur Wehr.




Beispielhaft zu nennen ist dabei Alain Brumont, Jahrgang 1946, der zunächst den Ehrgeiz hatte, der größte Mais-Bauer Südfrankreichs zu werden. Nachdem die Preise für die gelben Kolben fielen, warf er sich mit gleicher Kraft auf die Erzeugung von Wein. Dafür holte er sich sein Wissen im Bordelais und machte deutlich Front gegen die Winzer-Funktionäre seiner Heimat, die Alles auf einen leichten, gerbstoffarmen Schoppen setzten, mit allen kellertechnischen Tricks im Stahltank geformt. Brumont hingegen belebte das Handwerk der Vorväter, kaufte neue Holzfässer, Bordelaiser Barriques, pflegte die anderswo verschmähte Uralt-Sorte Tannat, wurde angefeindet und endlich – die Franzosen lieben solche Titel – vom Feinschmecker-Magazin „Gault-Millau“ in den 1980er-Jahren zum „Winzer des Jahrzehnts“ ernannt. Brumonts Wirken hat im Madiran viele Nachahmer gefunden.

Von dieser Dynamik musste auch das Dornröschen des Madirannais profitieren: der Weiße Pacharenc du Vic-Bilh. Er verfügt über ein breites Spektrum an Rebsorten, das die beiden Mansengs (Grand et Petit) und den Courbu, Sauvignon und Sémillon und als i-Tüpfelchen den urigen Arrufiac umfasst. Damit lassen sich aromatische, trockene Weiße komponieren, aber die Tannat-Größen unter den Winzern zögern mit viel Mut zum Risiko den Lesetermin hinaus, um zwischen Oktober und Silvester edelsüße Tropfen einzubringen, die vor der Konkurrenz aus dem Jurançon oder Sauternais nicht verblassen, im Gegenteil – sie leuchten in wundervollem Goldton.

Wer nicht achtgibt, fährt durch das Gebiet des Madiran und sieht nicht einen einzigen Weinberg. Denn die sanft geschwungene Bauernlandschaft bietet ein Mosaik von Maisfeldern, Wiesen, Getreideäckern und kleinen Wäldchen. Nur hier und da, wo sich ein Hang günstig der Sonne zukehrt, stehen Reben.... mehr erfahren »
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Wer nicht achtgibt, fährt durch das Gebiet des Madiran und sieht nicht einen einzigen Weinberg. Denn die sanft geschwungene Bauernlandschaft bietet ein Mosaik von Maisfeldern, Wiesen, Getreideäckern und kleinen Wäldchen. Nur hier und da, wo sich ein Hang günstig der Sonne zukehrt, stehen Reben. Dabei hatten auch hier schon die Römer den Weinbau initiiert. Ab dem 12. Jahrhundert, als Aquitanien zur englischen Krone zählte, erfuhr er einen Aufschwung und die hiesigen Weine wurden über Adour und Bayonne nach Nordeuropa verschifft. Im 19. Jahrhundert erreichten die Rebflächen in dem kleinen Gebiet nördlich von Pau und Tarbes eine Ausdehnung von 1.400 Hektar, und seine Gewächse genossen großes Ansehen. Bei einem Gala-Diner in Versailles am 23. Dezember 1891 wurden zum Beispiel Château Montus 1865 und 1870 neben einem Corton 1874 und Champagner von Roederer kredenzt. 1950 aber war der Rebbestand auf 50 Hektar minimiert, obwohl Madiran 1948 die AOC erhalten hatte. Damals setzte eine Rückbesinnung ein und Mais- und Getreidebauern, die über aussichtsreiche Lagen verfügten, entschlossen sich, wieder Wein zu pflanzen. Neue Domänen wuchsen heran, deren Weine überzeugten. Pioniere wagten in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, sie in Flaschen zu füllen, so dass sich die Kundschaft in den Restaurants überzeugen konnte, wie gut diese Weine mit den regionalen Enten- und Gänsegerichten harmonieren. Eine Handvoll Weingüter und die Cave de Crouseilles bauten einen soliden Ruf auf. Als jedoch die staatlichen Experten den Anteil des robusten, einheimischen und lange Alterung verlangenden Rotweinsorte Tannat auf 40-60 Prozent begrenzten und statt dessen Cabernets und den fruchtigen Fer Servadou empfahlen, schien die Individualität des Madiran ernsthaft gefährdet. Doch Winzer setzten sich zur Wehr.




Beispielhaft zu nennen ist dabei Alain Brumont, Jahrgang 1946, der zunächst den Ehrgeiz hatte, der größte Mais-Bauer Südfrankreichs zu werden. Nachdem die Preise für die gelben Kolben fielen, warf er sich mit gleicher Kraft auf die Erzeugung von Wein. Dafür holte er sich sein Wissen im Bordelais und machte deutlich Front gegen die Winzer-Funktionäre seiner Heimat, die Alles auf einen leichten, gerbstoffarmen Schoppen setzten, mit allen kellertechnischen Tricks im Stahltank geformt. Brumont hingegen belebte das Handwerk der Vorväter, kaufte neue Holzfässer, Bordelaiser Barriques, pflegte die anderswo verschmähte Uralt-Sorte Tannat, wurde angefeindet und endlich – die Franzosen lieben solche Titel – vom Feinschmecker-Magazin „Gault-Millau“ in den 1980er-Jahren zum „Winzer des Jahrzehnts“ ernannt. Brumonts Wirken hat im Madiran viele Nachahmer gefunden.

Von dieser Dynamik musste auch das Dornröschen des Madirannais profitieren: der Weiße Pacharenc du Vic-Bilh. Er verfügt über ein breites Spektrum an Rebsorten, das die beiden Mansengs (Grand et Petit) und den Courbu, Sauvignon und Sémillon und als i-Tüpfelchen den urigen Arrufiac umfasst. Damit lassen sich aromatische, trockene Weiße komponieren, aber die Tannat-Größen unter den Winzern zögern mit viel Mut zum Risiko den Lesetermin hinaus, um zwischen Oktober und Silvester edelsüße Tropfen einzubringen, die vor der Konkurrenz aus dem Jurançon oder Sauternais nicht verblassen, im Gegenteil – sie leuchten in wundervollem Goldton.

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