
Vinos ist die spanische Bezeichnung für Weine. Was sich so trocken anhört, hat in Spanien weitreichende Bedeutung und ist elementar mit der spanischen Genusskultur verbunden. In Spanien wird nicht nur viel Vino getrunken, sondern auch angebaut. Der spanische Weinbau hat eine elementare Bedeutung für den landwirtschaftlichen Anteil des Bruttosozialprodukts in Spanien. Denn Spanien hat weltweit die meisten Rebflächen bestockt und gilt seit dem Jahre 2014 als der größte Weinexporteur weltweit. Jeder Spanienurlauber kennt die Tapas und für einen Spanier ist es undenkbar, seine kleinen Köstlichkeiten ohne einen Copa de Vino zu genießen. Egal ob Rotwein oder Weisswein - auf der iberischen Halbinsel wird jeder Weinfreund fündig!
Spanien und die Geschichte der Vinos
Im Weinland Spanien wird bereits seit über 3.000 Jahren Weinbau betrieben. Der Legende nach kamen der Weinbau und der Vino mit den Phöniziern in das "Land der Klippschliefer", als diese die Meeresenge von Gibraltar überquerten. In dem heutigen Cadiz siedelten sich die Eroberer an und gründeten hier die erste Siedlung. Danach ging es landeinwärts und das heutige Jerez wurde als zweite Siedlung erschlossen. Spanien ist nach der Schweiz das zweithöchstgelegene Land des europäischen Kontinents und kann mit einer ungeahnten geologischen Vielfalt aufwarten. Gerade im Süden des Landes, in Andalusien, genau dort, wo die Phönizier übersetzten, befindet sich der spektakuläre Nationalpark der Sierra Nevada. Seine Gebirgszüge ragen hier mit einer maximalen Höhe von 3.480 Metern in den spanischen Himmel empor. Hier an den Hängen und Ausläufern der Sierra Nevada fanden die Phönizier die perfekten Bedingungen für den Anbau von Weinen, obgleich diese Gewächse nichts mit unseren heutigen Vinos der iberischen Halbinsel gemein haben. Die Weine waren eher süß, robust und sehr kräftig. Sie waren so perfekt geeignet, um auch längere beschwerliche Reisen zu überstehen.
Viele Kulturen nahmen Einfluss auf den spanischen Weinbau
Mit der Ankunft der Römer wurde ein neues Kapitel im spanischen Weinbau eröffnet und die ersten Maßnahmen zur Kultivierung und auch dem Ausbau (Amphoren) sorgten für einen Qualitätssprung. Nach dem Niedergang des römischen Reichs und der Ankunft der Mauren wurde es erstmal still um die Vinos & Co. Den gläubigen Moslems verbietet der Koran den Genuss von Alkohol und somit wurde diese Form der Landwirtschaft nicht weiter forciert. Mit der Ankunft der katholischen Kirche änderte sich dies jedoch schlagartig, da Wein doch auch zu den Ritualen während einer Messe gehört. In der Folge entstanden viele Weingüter mit passablen Einstiegsweinen nach heutigen Maßstäben. Zu dieser Zeit stellte die Reblaus in Frankreich viele Weingüter vor enorme Probleme. Durch die daraus resultierende Reblaus-Plage kamen viele französische Winzer über die Pyrenäen nach Spanien, um hier weiter vom Weinbau zu leben. Sie brachten das enorme Wissen der Grande Nation in den spanischen Weinbau mit. Die spanischen Vinos blieben zwar nicht gänzlich von der Reblaus-Plage verschont, aber insgesamt gab es wesentlich weniger Ausfälle als in Frankreich zu beklagen.
Vinos in aller Munde
Beim Vinos denkt der ein oder andere vielleicht zuerst an Rotweine, aber was die Flächen der bestockten Weinberge angeht, steht an der unangefochtenen Spitze die weiße Sorte Airén. Hierzu sei erwähnt, dass Spanien weltweit als der größte Hersteller und Konsument von Brandy gilt und der Airen zu Brandy verspritet wird. An zweiter Stelle steht dann allerdings schon der Tempranillo – die Rebsorte aus der die fülligen, üppigen, primäfruchtigen und schmelzigen Vinos Tintos gekeltert werden, für die Spanien heute steht. Und die Spanier lieben ihren Vino Tinto, meist schon zum Mittag. Wenn die großen Familien zum Essen zusammenkommen, ist das oft eine ziemlich lautstarke, unterhaltsame Angelegenheit, welche schnell über mehrere Stunden andauert.Auch im Hochsommer, mit sengenden Mittagstemperaturen oder am Strand kommt der Vino Tinto auf den Tisch. Und das nicht zu knapp, dafür aber gekühlt!
Die Reifegrade und Qualität der Vinos
Der Begriff Vino bezeichnet auch die niedrigste Qualitätsstufe der spanischen Weingesetzgebung. Zudem steht dieser Terminus auch für den einfachen Tafelwein, welcher Vino de Mesa genannt wird. Ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal der spanischen Weinkultur sind jedoch die Einteilungen nach Reifegraden. Der Vino Joven ist der Jungwein, ohne Fassausbau. Der Vino de Crianza muss mindestens 24 Monate alt und davon 6 Monate im Fass gereift sein. Eine weitere Stufe markiert der Vino de Reserva - mit einem Mindestalter von 36 Monaten vor Freigabe und einer Fassreife von mindestens 12 Monaten. Die Krönung markiert der Vino de Gran Reserva - ein Wein der erst 60 (!) Monate nach der Lese in den Verkauf kommen darf und mindestens 18 Monate Fassreife gesehen haben muss. Zur Entstehung dieser Qualitätsbezeichnungen nach Alter und Reifegrade gibt es eine relativ einfache Erklärung. Die meisten spanischen Häuser verfügen kaum über einen Keller. Wenn es einen Abstellraum gibt, kann dieser auch schon mal auf dem Attico – der Dachterrasse – stehen. Auf diesen Dachterrassen scheint tagsüber die gnadenlose Sonne und es herrschen aberwitzige Temperaturen, weshalb es der Spanier in der Mittagszeit vorzieht sich entweder im Haus oder aber noch besser in einem klimatisierten Raum aufzuhalten. Mit anderen Worten fehlt es einfach an Möglichkeiten der Lagerung von Wein über längere Jahre, unter sachgerechten Bedingungen. Für die Mehrzahl der Spanier zählen Vinos auch zu einer Art Grundnahrungsmittel und es wird das gekauft, was in Kürze verzehrt wird. Aus der Not haben die Winzer Spaniens eine Tugend gemacht und beschlossen, den besseren Vino einfach in der Bodega länger auszubauen und perfekt zu lagern und dann mit einer beginnenden Trinkreife auf den Markt zu bringen. Die spanischen Vinos bereichern die Weinwelt ungemein. Sie stehen für Vinos mit einem herausragenden Preis- /Genussverhältnis. Tauchen Sie ein in die Welt der Vinos der iberischen Halbinsel:





