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Domaine Zind-Humbrecht Pinot Gris Turckheim – Ein meisterhafter elsässischer Weisswein voller Tiefgang und biodynamischer Kraft
Wer nach den absoluten Meilensteinen des elsässischen Weinbaus sucht, kommt an der Domaine Zind-Humbrecht nicht vorbei. Seit Generationen steht dieses legendäre Weingut für eine kompromisslose Qualitätsphilosophie, die durch die frühe und konsequente Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung Pionierarbeit geleistet hat. Unter der behutsamen Leitung der Familie Humbrecht entstehen hier Weine von stupender Lebendigkeit, die das jeweilige Terroir vollkommen unverfälscht und präzise widerspiegeln. Der Respekt vor der Natur, extrem niedrige Erträge und eine tief verwurzelte Handwerkstradition formen Charakterköpfe, die weltweit ihresgleichen suchen und in jedem Schluck die vitale Energie gesunder Böden spürbar machen.
Die Trauben für diesen aussergewöhnlichen Pinot Gris stammen aus den traditionsreichen Lagen rund um die historische Gemeinde Turckheim. Geprägt durch die warmen, sandig-kiesigen Alluvialböden des Tals, die von Granit- und Gneis-Verwitterungsgestein der umliegenden Hänge beeinflusst werden, findet die Rebsorte hier ideale Bedingungen vor. Dieses spezielle Mikroklima sorgt für eine optimale Ausreifung der Trauben, während die tiefen Wurzeln der alten Reben dem Wein eine bemerkenswerte mineralische Spannung und eine feine, fast salzige Struktur verleihen. Es ist diese einzigartige Kombination aus Wärme speicherndem Boden und kühlen Nachtwinden, die dem Wein seine unverwechselbare Balance aus Kraft und Frische schenkt.
Die Rebsorte Pinot Gris, im Elsass historisch zu wahrer Meisterschaft geführt, offenbart in diesem Wein ihr ganzes, vielschichtiges Spektrum. Weit entfernt von belanglosen Vertretern dieser Sorte, zeigt sich der Pinot Gris hier mit einer faszinierenden Aromenpalette von reifer gelber Birne, Quitte, zarten Rauch- und Hefenoten sowie einem Hauch von frischen Wiesenkräutern. Am Gaumen brilliert er mit einer cremigen Textur, die durch eine reife, perfekt integrierte Säure elegant balanciert wird. Dieser Grauburgunder besitzt eine noble Fülle, wirkt dabei aber niemals schwer, sondern stets hochelegant und von einer tiefen, fast schwebenden Aromenkonzentration getragen.
Im Keller der Domaine wird dem Wein alle Zeit der Welt geschenkt. Die Vergärung erfolgt extrem langsam mit wilden Hefen in traditionellen, grossen Eichenholzfässern, gefolgt von einem langen Lager auf der Feinhefe. Dieser behutsame Ausbau verleiht dem aktuellen Jahrgang eine bemerkenswerte Tiefe, Komplexität und eine feine Schmelzigkeit, die hervorragend mit der feingliedrigen Mineralität harmoniert. Ein Wein, der sich schon jetzt wunderbar antrinken lässt, aber auch über ein fantastisches Reifepotenzial verfügt. Er ist der ideale Begleiter zu anspruchsvollen Gerichten wie hellem Fleisch in cremigen Saucen, Steinpilzrisotto oder kräftigem Bergkäse und bringt den unverfälschten Zauber des Elsass direkt ins Glas.
In der FAZ am Sonntag den 25.10.2026 erschien nachstehender Artikel von Stephan Reinhardt:
Rheinischer Schwung – Warum die Elsässer sich nicht verstecken müssen
"Das Elsass liegt weinstilistisch irgendwo zwischen Rhein und Burgund. Gegen die seit Jahren stark gefragten Rieslinge aus Deutschland haben die Elsässer einen schweren Stand. Dabei sind die linksrheinisch gewachsenen Rieslinge zwischen Wissembourg und Mulhouse so anders, dass eine Verwechslungsgefahr nicht besteht.
Angst vor Säure? Muss man im Elsass nicht haben. Im Gegensatz zu den meisten deutschen Rieslingen durchlaufen viele Elsässer eine zweite Gärung, nämlich die malolaktische. Dieser biologische Säureabbau verwandelt die Apfelsäure in mildere Milchsäure. Wer beim Einsetzen der „Malo“ im Weißwein gleich zum Schwefel greift, um die rassige Apfelsäure zu retten, die bei süßen Rieslingen attraktiv, bei trockenen aber störend ist, friert den Verwandlungsprozess sozusagen ein. Und ja, die Folge können tatsächlich laktische Noten sein, die das teutonische Leitbild vom Riesling als gotischer Kathedrale in ein ausladendes Barockschloss zu verwandeln drohen. Dabei ist der natürliche Prozess der Säureumwandlung umso unmerklicher, je mehr Weinsäure und desto weniger Apfelsäure vorhanden ist. Weinsäure schmeckt reif, fein und elegant, Apfelsäure hingegen unreif, spitz, eher nach grünem Apfel.
Die meisten Winzer greifen hierzulande gleich nach der alkoholischen Gärung zur schwefligen Säure, um die Frische zu erhalten. Im Elsass laufen beide Gärungen dagegen häufig parallel oder gleich nacheinander ab, der Schwefel kommt erst nach Ende sämtlicher Prozesse dazu. Danach bleibt der Wein knapp ein Jahr oder länger auf der Hefe, bevor er erstmals abgezogen und gefüllt wird. Damit Sie den Kulturunterschied rechts und links des Rheins besser verstehen, empfehle ich drei Weine aus dem Elsass: Weißburgunder, Grauburgunder und Riesling vom Weingut Zind-Humbrecht in Turckheim. Keine Lagenweine, sondern klassische Gebietsvertreter aus biodynamischer Produktion, moderat im Preis. Sie reifen nach „rheinischer Art“ in alten großen Fässern, durchlaufen den Säureabbau und liegen zehn bis 15 Monate auf der Hefe. Das macht sie zu vielschichtigen Speisebegleitern. Es sind fruchtbetonte, seriös strukturierte Rheinweine im besten Sinne. Humbrechts sinnlicher 2024er Pinot Blanc, überwiegend von Muschelkalk-Hängen, betört mit Noten von gelbem Steinobst, Kalkstein und Hefe. Er ist leicht, frisch und aromatisch, mit der Fruchtfülle des Rheintals und der seidigen Finesse des Kalks. Ausnahmsweise wurde er im Stahltank ausgebaut, ebenso wie der früh gelesene 2024er Pinot Gris Turckheim vom warmen Kieselboden der Talebene. „Um den delikaten Charakter des Jahrgangs zu bewahren“, erklärt Olivier Humbrecht."
| Wein: | Pinot Gris Turckheim |
| Abfüller / Weingut: | Zind-Humbrecht |
| Anbaugebiet: | Elsass |
| Weinfarbe: | Weißwein |
| Jahrgang: | 2024 |
| BIO Zertifizierung: | Öko-Kontrollstelle: DE-ÖKO-039 |
| Verkaufseinheit: | 1 x 0,75 Liter |
| Alkoholgehalt: | 12,00 % |
| European Article Number (EAN): | 3760163409924 |
| Hersteller: | Domaine Zind Humbrecht, 4 Route de Colmar, 68230 Turckheim / France |
| Zutaten: | Trauben, Konservierungsmittel und Sulfite |
| Allergene: | Enthält Schwefeldioxid (E220) |
| Nährwertangaben (per 100ml): | Brennwert 313kj, Kohlenhydrate 1,1 g, davon Zucker 0,6 g. Enthält geringfügige Mengen von Fett, gesättigten Fettsäuren, Eiweiß und Salz. |