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Zind-Humbrecht Riesling Roche Calcaire – Terroir-geprägter Elsass-Klassiker voller mineralischer Eleganz
Die Domaine Zind-Humbrecht gehört zweifellos zur absoluten Weltspitze des Weinbaus und steht wie kaum ein anderes Weingut im Elsass für kompromisslose Qualität und biodynamische Pionierarbeit. Seit Jahrzehnten wird hier unter der visionären Leitung der Familie Humbrecht das Terroir-Prinzip auf die absolute Spitze getrieben. Die Weinberge im Elsass, geschützt durch die mächtigen Vogesen, bieten ein einzigartiges Mikroklima mit geringen Niederschlägen und maximaler Sonneneinstrahlung. Durch den konsequenten Verzicht auf synthetische Hilfsmittel und die tiefe Verwurzelung der alten Reben gelingt es dem Weingut, den unverfälschten Charakter des Bodens direkt in die Flasche zu transportieren. Jeder Schluck spiegelt die biodynamische Harmonie und das tiefe Verständnis für die Natur wider, die diesen Betrieb so einzigartig machen.
Der Riesling Roche Calcaire verdankt seinen Namen und seine faszinierende Persönlichkeit den kalkreichen Böden des Elsass. Kalkstein gilt in der Weinwelt als Garant für Frische, Präzision und eine vibrierende, fast elektrische Säurestruktur. Die Reben für diesen außergewöhnlichen Weisswein wachsen auf ausgewählten Parzellen, deren Untergrund von hartem Muschelkalk geprägt ist. Dieser karge Boden zwingt die Riesling-Rebe dazu, tief zu wurzeln, um an Nährstoffe zu gelangen. Das Resultat ist ein Wein von bemerkenswerter Tiefe und einer salzigen, kalkigen Mineralität, die dem Gaumen eine feine Textur und enorme Spannung verleiht. Es ist die perfekte Symbiose aus herkunftsspezifischer Bodenbeschaffenheit und einer Rebsorte, die Terroir wie keine andere zu übersetzen vermag.
Die edle Rebsorte Riesling zeigt sich hier von ihrer anspruchsvollsten Seite. Bekannt für ihre knackige Säure und die Fähigkeit, feinste Nuancen des Bodens abzubilden, wird sie bei Zind-Humbrecht mit größter Ehrfurcht behandelt. Der Ausbau erfolgt traditionell mit einer äußerst schonenden Ganztraubenpressung und einer anschließenden, oft monatelangen Spontangärung durch weineigene Hefen in großen, alten Holzfässern, den sogenannten Foudres. Dieses extrem langsame Verfahren bewahrt die primäre Fruchtaromatik der Rebsorte – geprägt von knackigem grünem Apfel, reifer Grapefruit und subtilen Blütennoten – und verleiht dem Wein gleichzeitig eine feine Textur sowie eine grandiose Stabilität für eine lange Reifezeit auf der Hefe.
Am Gaumen präsentiert sich dieser Jahrgang des Riesling Roche Calcaire als ein wahres Meisterwerk der Balance. Die feingliedrige, aber dennoch druckvolle Säure schneidet förmlich durch die dichte Struktur des Weins und sorgt für einen belebenden, langanhaltenden Abgang. Das Bouquet verführt mit einem faszinierenden Wechselspiel aus frischer Zitrusfrucht, weißem Pfirsich und einer rauchig-kreidigen Note, die an nassen Kalkstein erinnert. Dieser trockene Weisswein ist kein lauter Blender, sondern ein aristokratischer Weinwert, der mit jedem Schluck neue Facetten offenbart. Er eignet sich hervorragend als anspruchsvoller Speisenbegleiter zu feinen Fischgerichten, Meeresfrüchten oder auch zu hellem Fleisch und gereiftem Ziegenkäse. Ein Wein, der die Seele des Elsass in sich trägt und jedem anspruchsvollen Genießer ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
In der FAZ am Sonntag den 25.10.2026 erschien nachstehender Artikel von Stephan Reinhardt:
Rheinischer Schwung – Warum die Elsässer sich nicht verstecken müssen
"Das Elsass liegt weinstilistisch irgendwo zwischen Rhein und Burgund. Gegen die seit Jahren stark gefragten Rieslinge aus Deutschland haben die Elsässer einen schweren Stand. Dabei sind die linksrheinisch gewachsenen Rieslinge zwischen Wissembourg und Mulhouse so anders, dass eine Verwechslungsgefahr nicht besteht.
Angst vor Säure? Muss man im Elsass nicht haben. Im Gegensatz zu den meisten deutschen Rieslingen durchlaufen viele Elsässer eine zweite Gärung, nämlich die malolaktische. Dieser biologische Säureabbau verwandelt die Apfelsäure in mildere Milchsäure. Wer beim Einsetzen der „Malo“ im Weißwein gleich zum Schwefel greift, um die rassige Apfelsäure zu retten, die bei süßen Rieslingen attraktiv, bei trockenen aber störend ist, friert den Verwandlungsprozess sozusagen ein. Und ja, die Folge können tatsächlich laktische Noten sein, die das teutonische Leitbild vom Riesling als gotischer Kathedrale in ein ausladendes Barockschloss zu verwandeln drohen. Dabei ist der natürliche Prozess der Säureumwandlung umso unmerklicher, je mehr Weinsäure und desto weniger Apfelsäure vorhanden ist. Weinsäure schmeckt reif, fein und elegant, Apfelsäure hingegen unreif, spitz, eher nach grünem Apfel.
Die meisten Winzer greifen hierzulande gleich nach der alkoholischen Gärung zur schwefligen Säure, um die Frische zu erhalten. Im Elsass laufen beide Gärungen dagegen häufig parallel oder gleich nacheinander ab, der Schwefel kommt erst nach Ende sämtlicher Prozesse dazu. Danach bleibt der Wein knapp ein Jahr oder länger auf der Hefe, bevor er erstmals abgezogen und gefüllt wird. Damit Sie den Kulturunterschied rechts und links des Rheins besser verstehen, empfehle ich drei Weine aus dem Elsass: Weißburgunder, Grauburgunder und Riesling vom Weingut Zind-Humbrecht in Turckheim. Keine Lagenweine, sondern klassische Gebietsvertreter aus biodynamischer Produktion, moderat im Preis. Sie reifen nach „rheinischer Art“ in alten großen Fässern, durchlaufen den Säureabbau und liegen zehn bis 15 Monate auf der Hefe. Das macht sie zu vielschichtigen Speisebegleitern. Es sind fruchtbetonte, seriös strukturierte Rheinweine im besten Sinne. Humbrechts sinnlicher 2024er Pinot Blanc, überwiegend von Muschelkalk-Hängen, betört mit Noten von gelbem Steinobst, Kalkstein und Hefe. Er ist leicht, frisch und aromatisch, mit der Fruchtfülle des Rheintals und der seidigen Finesse des Kalks. Ausnahmsweise wurde er im Stahltank ausgebaut, ebenso wie der früh gelesene 2024er Pinot Gris Turckheim vom warmen Kieselboden der Talebene. „Um den delikaten Charakter des Jahrgangs zu bewahren“, erklärt Olivier Humbrecht.
Der 2024er Riesling Roche Calcaire stammt von diversen Parzellen auf Kalkböden, darunter auch in Grand-Cru-Lagen. Über 15 Monate im großen Holzfass ausgebaut, zeigt er ein fast deutsches Profil und ist zurzeit stärker vom Kalk als von der Frucht geprägt: weißer Pfirsich, grüner Tee, Kräuter. Mittelkräftig, saftig und straff-mineralisch, mit edler Säure und spritzigem Nachhall. Ein langlebiger Klassiker, ideal auch zu rohem Fisch. Deutsche Gegenspieler kennen Sie ja sicher zur Genüge."
| Wein: | Riesling Roche Calcaire |
| Abfüller / Weingut: | Zind-Humbrecht |
| Anbaugebiet: | Elsass |
| Weinfarbe: | Weißwein |
| Jahrgang: | 2024 |
| BIO Zertifizierung: | Öko-Kontrollstelle: DE-ÖKO-039 |
| Verkaufseinheit: | 1 x 0,75 Liter |
| Alkoholgehalt: | 12,50 % |
| European Article Number (EAN): | 3760163409948 |
| Hersteller: | Domaine Zind Humbrecht, 4 Route de Colmar, 68230 Turckheim / France |
| Zutaten: | Trauben, Konservierungsmittel und Sulfite |
| Allergene: | Enthält Schwefeldioxid (E220) |
| Nährwertangaben (per 100ml): | Brennwert 313kj, Kohlenhydrate 1,1 g, davon Zucker 0,6 g. Enthält geringfügige Mengen von Fett, gesättigten Fettsäuren, Eiweiß und Salz. |